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Prostata Arterien Embolisation zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie – neue Literatur

In den letzten Wochen sind einige bemerkenswerte Publikationen zum Thema Prostata Arterien Embolisation bei Patienten mit einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) erschienen.

In den letzten Jahren sind die meisten Publikationen zu diesem Thema in radiologischen oder interventionell-radiologischen Journalen erschienen, da diese Methode in der Regel von interventionellen Radiologen (hoffentlich in enger Kooperation mit Urologen) durchgeführt wird. Daher sind diese beiden Publikationen ein wichtiger Meilenstein in der Anerkennung dieser Methode als eine Alternative zur TURP (=transurethrale Prostataresektion), dem derzeitigen Goldstandard zur Behandlung der BPH.

Die erste Arbeit ist im Journal Current Opinion in Urology erschienen (Young S, Golzarian J. Prostatic artery embolization for benign prostatic hyperplasia: a review. Current opinion in urology 2018; 28:284-287). Dieses Journal ist ein sehr angesehenes urologisches Journal, in dem aktuellsten und wichtigsten Neuheiten auf dem Gebiet der Urologie präsentiert und bewertet werden. Besonders erfreulich für mich persönlich aber auch für Wien und Österreich ist, dass es sich bei einem der beiden „Managing Editors“ des Journals um Shahrokh Shariat handelt, den Vorstand der Universitätsklinik für Urologie an der Medizinischen Universität Wien.

Es handelt sich bei dem Artikel um einen Review-Artikel zum Thema PAE. Die Autoren kommen zu dem Schluss dass die PAE exzellente klinische Ergebnisse liefert mit minimalen Komplikationen. Gleichzeitig fordern die Autoren weitere hoch-qualitative Studien zu diesem Thema um vor allem die Langzeit-Ergebnisse zu evaluieren. Die Schlussfolgerung ist somit sehr wichtig und erfreulich: 1. Die Methode funktioniert. 2. Die Methode ist sehr sicher mit nur minimalen Komplikationen. Ich denke dieser Artikel ist eine Art „Ritterschlag“ für die PAE und ich bin mir sicher, dass diese Methode einen fixen Platz in der Behandlung der BPH haben wird.

 

 

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Ein weiterer absoluter Meilenstein zu diesem Thema wurde vor einigen Tagen vom „National Institute for Health and Care Excellence“ (NICE-Institut) publiziert. Dieses vor allem von allen Fachgesellschaften unabhängige britische Institut ist ein weltweiter Vorreiter in Sachen Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Medizin. Das NICE veröffentlicht Richtlinien in verschiedenen medizinischen Bereichen, z.B.: die Verwendung von neuen und bestehenden Medikamenten, Behandlungen und Verfahren.  Die Bewertung erfolgt dabei in erster Linie auf Auswertungen der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit. Die vorliegende umfangreiche  Arbeit bewertet die PAE zur Behandlung der BPH in allen Details und stellt sie ebenfalls als minimal invasive und komplikationsarme Alternative zur TURP dar.

NICE

 

Wenige Tage nach dieser Publikation durch das weltweit sehr angesehene, unabhängige und unumstrittene „National Institute for Health and Care Excellence“ findet sich auf der Homepage der Österreichischen Urologischen Gesellschaft (www.uro.at) eine „Stellungnahme des Vorsitzenden des Arbeitskreises Prostata der ÖGU zur Embolisation der prostatischen Arterien (prostatic artery embolization, PAE) im Rahmen der LUTS- Therapie“. Ich werde mich hier nicht zum Inhalt dieser Stellungnahme äussern. Ich empfehle aber unbedingt die Lektüre dieser Stellungnahme – vor allem auch in Hinblick auf die beiden weiter oben angeführten Publikationen. Ich denke jeder kann sich hier über die Beweggründe dieser Stellungnahme selbst ein Urteil bilden – und sich einfach nur wundern….. /;-)

 

URO

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